Banken gestern Banken morgen – Wie sieht das Banking der Zukunft aus?

Die Bankenbranche steht vor einer Zeitenwende. Dies wird auch Laien immer mehr bewusst. Das Banking der Zukunft wird, und muss, anders aussehen als das Banking von gestern und heute. Der Zahlungsverkehr hat sich sehr geändert. In immer mehr Supermärkten, Shoppingläden und Co. gibt es immer mehr unterschiedliche Zahlungsmethoden. Wo einst die EC-Karte als revolutionär galt, wird längst auch mit anderen Möglichkeiten bezahlt. Noch aber liebt der Bundesbürger sein Bargeld. Während in anderen Ländern Europas das Bezahlen mit Kreditkarte oder dem Smartphone längst Alltag ist. Zeigt sich in Deutschland immer noch die über alles stehende Liebe zum Bargeld.

Die Bank der Zukunft eine bargeldlose Bank?

Nur Bares ist Wares, scheint in den Köpfen zu stehen. Doch die Zeiten ändern sich. Die Banken ändern sich. Immer mehr Filialen werden zusammengeschlossen, oder machen ganz dicht. In Schweden gibt es z.B. bereits Bankfilialen, die gar kein Bargeld mehr vorhalten. Dort können nur noch Bankgeschäfte getätigt werden, die unbar sind. In naher Zukunft scheint dies für Deutschland ausgeschlossen. Eine Bank, in der kein Geld mehr liegt, scheint in weiter Ferne zu sein.

Doch je mehr neue Zahlungsmethoden ihren Weg in die Köpfe, und die Geldbeutel finden werden, umso weniger wird das Bargeld eines Tages Bedeutung haben. Dazu kommen immer wieder aufgeworfene Pläne der Politik, das Bezahlen mit Bargeld stark einzuschränken. Manche sehen gar schon ein Bargeldverbot kommen. Ob es das eines Tages geben wird? Wer weiß. Niemand von uns hat eine Glaskugel parat, um in die Zukunft sehen zu können. Möglich ist aber letztlich alles, wie uns auch die Geschichte immer wieder gelehrt hat.

Wie sieht die zukunftsfähige Bank aus?

Die Banken müssen umdenken. Einige haben schnell erkannt, wie wichtig die Digitalisierung ist. Andere sind noch im Hintertreffen, weil sie zu spät auf den Zug aufgesprungen sind. Immer mehr Banken arbeiten inzwischen mit so genannten FinTechs, Unternehmen aus dem Bereich der Finanztechnologie, zusammen. Viele sehen darin die Zukunft des Banking, eine Mischung aus Bank und FinTech. Immer nah am Kunden, aber zugleich immer nah am Puls der technischen Entwicklungen und Innovationen.

Wichtig wird für die Banken sein, nicht mehr in alten Denkmustern und veralteten Geschäftsmodellen zu denken. Das Smartphone ist in Deutschland nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Banken, die jetzt die innovativ denkenden Bürger erreichen, können dies für ihre Zwecke nutzen. Immer mehr Apps werden deshalb entwickelt, die dem Bankkunden den Kontozugang, den Überblick über die eigenen Finanzen erleichtern, und die Möglichkeiten der Geldanlage und vieles mehr aufzeigen sollen und können.

Gezielte Beratung – wenn der Bankkunde sie wirklich wünscht!

Menschen aus meiner Generation kennen das noch. Da mussten die Mutter oder der Vater oder beide zur Bank, wenn es ums Geld ging. Die Gespräche mit dem Bankberater waren mal erfreulich, mal weniger erfreulich. Als Nicht-Vermögender hatte man immer wieder wenig Freude mit dem Bankberater, der sich oftmals höher stellte, als er tatsächlich war. Dies hat natürlich das Bild der Bürger von den Banken und ihren Angestellten geprägt. Bis heute scheint dies eine Kluft zu sein, die manchmal nur schwer zu überbrücken scheint. Die Finanzkrise und ihre Auswüchse hat dies nicht einfacher gemacht, ganz im Gegenteil. Die Banken wurden zu dem Abbild des Bösen, die das Geld der Kunden in den Schornstein geworfen, und vernichtet haben.

Die Bank der Zukunft wird genau diesen Punkt für sich aufnehmen, und gezielte Beratung bieten. Eine Beratung nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe. Die den Bankkunden da abholt, wo er steht, und ihm das bietet, was er braucht. Dazu wird es nicht unbedingt Filialen brauchen. Möglich ist dies viel schneller über das Internet oder das Telefon. Banken, die schnell auf Emails reagieren, oder gar einen Livechat bieten, dürften davon vermehrt profitieren.

Wichtig ist: der Bankkunde von heute will im Banking der Zukunft endlich ernstgenommen werden. Sei es nun der Großunternehmer, der jeden Monat Millionen von Euro auf seinem Konto bewegt. Sei es der einfache Arbeiter, der ab und zu als Kleinsparer auch noch Geld beiseite legt. Die zukunftsfähige Bank sieht nicht in die Geldbeutel ihrer Kunden, sondern sieht den Kunden an. Und gibt ihm das, was er braucht, anstatt ihm bevormundend zu geben, was sie will, das er braucht.

Banken werden sterben, neue Anbieter werden kommen

Die Bankenbranche wird inzwischen aufgemischt. Kredite von Privat an Privat sind längst nichts Außergewöhnliches mehr. Finanzierungen über Kreditmarktplätze sind oft einfacher als über Banken, gerade für Selbständige und Kleinunternehmer. Immer mehr FinTech-Unternehmen bieten Möglichkeiten an, die einst zum Kerngeschäft der Banken gehört haben. Und bieten zugleich neue Möglichkeiten, auf welche die Banken bislang noch gar nicht gekommen sind.

Die Zukunft der Bankenbranche und Finanzbranche dürfte spannend werden. Welche Bank es in 10, 20 Jahren noch geben wird, wird sich zeigen. Es werden Banken sterben, es werden neue Banken entstehen. Ob es dann noch DIE Marktführer wie heute geben wird, dürfte davon abhängen, ob die Möglichkeiten der Zukunft rechtzeitig erkannt werden. Wer jetzt noch hinterher hinkt in Sachen Digitalisierung und Zusammenarbeit mit FinTechs, der wird spätestens übermorgen wohl dem Zug hinterher sehen müssen.

Dies ist ein Beitrag von Finanzbuzz.de zur Starfinanz.de-Blogparade zum Banking der Zukunft: Aufruf zur Blogparade „Banking der Zukunft“

2 Gedanken zu „Banken gestern Banken morgen – Wie sieht das Banking der Zukunft aus?“

  1. Die Zeitwende ist dem Laien schon lange bewusst, vielmehr ist er als Kunde ja der Antrieb. Die unterschiedlichen Anbieter/Dienstleister stellen ja nur das „Produkt“ zur Verfügung.
    Den Banken ist es noch nicht richtig bewusst bzw. Sie wissen nicht wie Sie damit umzugehen haben, denn bisher war es ja eine gewisse Monopolisierung und Vertrauenssache. Gerade letzteres blieb jedoch auf Grund der Habgier, Gestaltungsmissbrauch usw. auf der Strecke.

    Die im 1. Absatz genannte Liebe zum Bargeld wird dem Konto auch großteils unterstellt, denn bisher wurde bargeldloses bezahlen bspw. über KK bestraft mit evtl. Zusatzgebühren oder Mindestumsatz. Kontaktloses bezahlen ist ja bis heute bei den Banken noch in der Testphase (lt eigenen Aussagen) und kann ja nur dann umgesetzt werden, wenn die Kunden die entsprechenden Karten erhalten haben, was ja ca. 3 Jahre dauert, da nur Turnus-Austausch erfolgt und nicht alle sofort. Hinzu kommt, dass die Händler erstmal die Kontrakte anpassen müssen, Investitionen in Mitarbeiterschulung und neue Hardware.
    Bei den großen wie Lidl&Co, begann dies erst 3/2017 https://www.lidl.de/de/kontaktlos-bezahlen/s7374162 – so dass hier
    noch kein langer Zeitraum vorhanden ist.

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